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Wow. Danke Maribey (mbeyersreuber.wordpress.com) für deinen Liebster Award. Eine besondere Ehre für mich, da ich Dich und Deinen Blog sehr schätze und die herrlichen Kommentare Deiner Leser geniesse.

Hier sind meine Antworten auf Deine Fragen.

  1. Nenne drei Dinge, die gerade neben dir stehen.
    (Es sind vier Dinge): Drei Bastelperlen und ein Gummiband schwirren auf dem Tisch. Meine Tochter hat gestern Perlenbilder gemacht. Sieht fast wie ein smiley aus.

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  1. Was hören Deine Ohren gerne?
    – “Hab Dich lieb”
    –  Menschenstimmen im Strassencafé und Frühlingstöne. Ich setze mich dazu und fühle mich zu Hause.
  1. Weil ich es immer wieder spannend finde: Greife das Buch, das am nächsten liegt und sag uns bitte, was auf der 11. Seite als fünfter Satz steht.
    Ein Comicbuch von Mahler: In Zukunft werden wir alle Alt aussehen!
    Es gibt keinen fünften Satz, dafür aber eine Seite 11:

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  1. Wäre dir der sechste Satz lieber gewesen?
    Ich blättere auf die nächste Seite:…dem Leser gehöre die Entscheidung!

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  1. Nenne bitte drei deiner Lieblingsworte.
    Sonne, Reisen, Kalifornien
  1. Was machst du mit grosser Freude? (Was macht dir Freude?)
    – reisen und schreiben
    – Geschichte und Humor
    – Jass und Kartenspiel
    – Liegestuhl und Buch
    – Menschen beobachten und mit Freundin “käfele”
  1. Worüber würdest du gerne mehr erfahren/wissen?
    – Ach…so ziemlich alles: die ganze Geschichte vom Urknall bis zum heutigen Tag, samt den historischen, philosophischen, gesellschaftspolitischen, kulturellen und literarischen Strömungen.
    – Wenn es um den Computer geht, genügt mir zu wissen, welche Taste/n ich drücken muss, damit das passiert, was ich möchte….
  1. Vervollständige bitte den Satz: Bloggen ist
    …eine Reise zu Menschen, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Der Austausch von Gedichten, Gedanken, Bilder, Texten ergibt ein wunderbares Muster des Lebens.

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  1. Was hat Dich heute beeindruckt?
    – Heute war ich mit meiner Jüngsten im Basler Zoo. Den Kraken im Vivarium haben wir schon oft “gesehen”, aber nie über eine längere Zeit beobachtet. Ein Mann hielt uns zurück, als wir nach einem kurzen Blick zum Kraken weitermarschieren wollte, und sagte:
    “Der Krake versucht ein Glas mit Fischen zu öffnen.”
    Wir blieben stehen.
    “Man sieht das Glas nicht, weil der Krake drauf sitzt, aber unter seinen Tentakeln befindet sich ein Glas mit einem Plastikdeckel. Im Glas hat es Fische. Die kann der Krake aber nur essen, wenn er es schafft, den Deckel zu entfernen. Das kann 2-3 Stunden dauern. Da Kraken Einzelgänger sind, muss man sie im Zoo beschäftigen….”
    Und tatsächlich, nach ein paar Minuten Geduld, sahen wir das Objekt der Begierde.                                                            krake1.png
    “Kraken leben nur eineinhalb Jahre”, erklärte der Mann weiter … sie sind unwahrscheinlich intelligent … würden sie so alt werden wie wir Menschen, wer weiss, vielleicht hätten sie uns an Wissen überholt …“ Meine Tochter erklärte ihren Geschwistern nachher: “Da der Krake alle aufgefressen hat, muss man ihn nun beschäftigen.”
  1. Was hast du heute Schönes erlebt?
    Als ein tolles Lied am Radio lief, ist mein Mann mit mir durchs Wohnzimmer getanzt.

Sorry. Ich kann keine Nominierungen machen. Wer aber Lust hat, darf super gerne die Fragen von Maribey beantworten. Nochmals ein grosses Dankeschön an Dich, Maribey.

Wie schnell…Vorurteile im Alltag

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Wie so oft wartet eine Menschenkolonne an Kasse Nummer 1. Wie so oft sind Kassen 2 – 4 unbemannt.

“Könnten Sie eine Kasse öffnen?”, ruft ein Herr leicht verärgert, als er anstehen muss.
Die Kassiererin hebt ihren Kopf und, das Ende der Kolonne nicht sehend, greift gelangweilt zum Lautsprechertelefon:
“Kasse 3 bedienen.”

Niemand kommt, und die Warteschlange an Kasse 1 wird länger.
“Bitte”, sagt eine Frau.
“Was?”, fragt die Kassiererin verwirrt.
“Sie haben vergessen ‘bitte’ zu sagen: ‘Bitte Kasse 3 bedienen’”, antwortet die Frau mit einem breiten Lächeln.

Das Gesicht der Kassiererin verfinstert sich. Wortlos schiebt sie die Artikel über die Scannerkasse, bis auf dem Fliessband der Warentrenner zu ihr stösst. Dann murmelt sie die Summe, die der vor ihr stehende Kunde zu bezahlen hat. Während der Kunde sein Geld zählt, läuft ein Mann hektisch Richtung Kasse und fragt schon von Weitem:
“Kann bezahlen?”

Dabei schwenkt er irgendetwas Kleines in der Hand. Als die Wartenden den dunkelhäutigen Mann erblicken, rücken sie näher zusammen, um ihm den Zugang zur Kasse zu verunmöglichen. Obwohl niemand seine/ ihre Gedanken offen ausspricht, ist das Misstrauen der Menge greifbar:
Arbeitet dieser Mann überhaupt?…Denkt er, wir hätten mehr Zeit?…Für wen hält er sich?…Sicher kein Zug, den er nehmen muss…

Da winkt ihm die Frau mit dem breiten Lächeln, deren Artikel als nächste an der Reihe sind, nach vorne zu kommen. Sich zur Kassiererin drehend, sieht sie, dass Frau Kassiererin bereits einen Orangensaft zum Ablesen in der Hand hält. ”Stopp” ruft die Frau noch, doch schon hört man ein lautes “Piep.” Der Preis des Orangensaftes wurde soeben registriert.

“Sie hätten den Mann nach vorne lassen können”, sagt die Frau leicht entsetzt zur Kassiererin.
“Ich habe Sie zu spät gehört. Nun kann ich nichts mehr machen.”
Der dunkelhäutige Mann stellt sich wieder zurück an seinen Platz.

Kurze Zeit später kommt ein junger Angestellter eilenden Schrittes zur Kasse 3. Den Mann sehend, sagt er:
“Ah, Sie haben den Fiebermesser gefunden? Ich wusste nicht, ob wir Fiebermesser in unserem Sortiment führen, darum ging ich nachfragen, aber ich sehe, Sie wurden fündig. Hoffe, Ihrem Kind geht es bald besser. Kommen Sie doch an Kasse 3. Ich mache sie auf.”

Die Menge weicht wortlos zur Seite, um dem Mann Platz zu machen.

Der Weg

frogDer Weg ist das Ziel…
hört man viel,

das Ziel auserkoren
zwanghaft eingefroren
der Blick fixiert
die Umgebung kastriert

Wenn wir das Ziel verlegen…
sich neue Wege ergeben,

gewisse gezackt
spitzig kompakt,
andere weich
warmherzig leicht

Die Frage ist, ob wir wagen…
Ja zu neuen Zielen sagen,

laut die Angst droht 
Gefahrenstufe rot,
leise die Hoffnung lockt,
wer zockt

Wer Schranken zersprengt…
ist nicht mehr eingeengt,

und wenn wir
Ziele bewegen,
wir vielleicht unserem
Glück begegnen.

by Priska Pittet

 

Das Problem mit der Eva…

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Das Problem mit der Eva…
Sie liess sich erwischen,
als Erste -vermeintlich-
in den Apfel gebissen.
Vielleicht…
Ist Adam zuerst verführt,
den Apfel zum Mund er führt,
dann aus schlechtem Gewissen
oder purem Unwissen
den Apfel als Ganzes schluckt,
dieser ihm nun im Halse druckt,
während 
Eva ungeniert
den Apfel probiert.

Das Weitere ist bekannt:
Ausschaffung ins Erdenland.
Mitgegangen
mitgefangen,
auch Adam musste gehen…
was gut war, denn so
konnte die Weltbevölkerung
entstehen.
Statt Dank wird Eva
für ihre Neugier
getadelt,
Adam
mit dem Adamsapfel
geadelt.

(K)ein Problem

Kurz vor meinem Yogakurs bekam ich eine WhatsApp Nachricht von meiner Tochter:

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Was um alles in der Welt Anna wohl meinte?
Pb wie in Problem? Was für ein Problem?
Ich scrollte nach oben, um zu sehen, was wir uns als Letztes
geschickt hatten:

  1. Ich hatte sie gefragt: “Wann kommt Ihr?”
  2. Sie hatte mir ein Foto von ihrem Skiausflug geschickt.

Das Scrollen half mir also nicht weiter.
Pb…wie Partybrot…?… Postblog?… Probieren?… Prüfungsbüro?… Panik…bald?
Es machte alles keinen Sinn, also schrieb ich zurück.

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Seufz
Vielleicht hatte die kurze, meditative Einstimmung am Anfang der Yogastunde geholfen….auf jeden Fall hatte ich plötzlich eine Eingebung: Profilbild. Ich hatte doch am Morgen ein neues Profilbild ausgesucht. Das Letzte hatte mir Anna installiert und das war drei Jahre her! Seit Längerem lag sie mir in den Ohren, ENDLICH mein Profilbild zu wechseln. Warum ich es an diesem Morgen gemacht hatte? Weil ich per Zufall auf WhatsApp “setting” gedrückt hatte und auf “edit profile” gelangt war.  

Nach dem Yogakurs schrieb ich zurück:

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Seufz. Was meinte Anna mit n.f.u?

 

 

Das Kleingedruckte: Teil III

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Das Schlimmste stand noch bevor.

Wieder einmal fand ich es verdächtig, wie lange sich Baloo am gleichen Ort aufhielt….diesmal neben dem Katzenklo.
“Ich hoffe, Baloo hat keine Maus”, seufzte ich laut.
Tobias lief sofort zum Katzenklo. Ich folgte widerwillig. Unsere Anwesenheit nicht beachtend, fixierte Baloo mit seinen Augen den Sack Katzenstreu, der neben dem Katzenklo lag.
Ich hob den Sack auf.

Iiih”, hörte ich Tobias rufen, “die Maus blutet! Sie ist verletzt! Sie atmet noch!”
Ich legte den Sack auf die Seite und begutachtete die Maus.
“Sie ist tot, Tobias.”
“Sie atmet.”
“Sie ist tot.”
Ich habe sie atmen sehen”, insistierte Tobias.
Bitte nicht, dachte ich, während ich mich zur Maus beugte.
Sie atmete tatsächlich!
Mist.

“Mach etwas”, flehte Tobias und rannte heulend die Treppe hoch zu seinem Zimmer. Anna kam eben von der Schule nach Hause und hörte die Aufregung.
Sie nahm mir das Geschirrtuch, das ich soeben aus dem Schrank geholt hatte, aus der Hand und meinte ruhig:
“Ich mache das.”
“Die Maus blutet”, warnte ich Anna.
“Ich mache es.”
Mit diesen Worten lief Anna zum Katzenklo. Kurze Zeit später hörte ich:
“Ich kann nicht….Irgendetwas kommt aus ihrem Körper raus. Das habt ihr nicht gesagt….”
Tatsächlich schaute etwas Langes aus dem Unterteil der Maus.
“Das muss ein Stück Darm sein”, sagte ich entsetzt.
Anna überreichte mir grosszügig das Tuch.
“Du machst das.”
Verflixt.

Ich berührte die Maus zaghaft. Wie vom Blitz getroffen, rannte sie Richtung Küche davon.
Nur nicht wieder ins Küchenloch, schoss es mir durch den Kopf. Zielstrebig rannte ich davon, stellte mich in der Küche vor den Spalt, in das sich schon einmal eine Maus geflüchtet hatte, und war fest entschlossen, den besagten Spalt vor dieser Maus zu verteidigen. Die Maus machte eine Kehrtwende und rannte ins Wohnzimmer. Nach einem Zick-Zack-Kurs über den Teppich und über Mias Barbies, die auf dem Teppich Kaffeekränzchen hielten, peilte die Maus den Vorhang an.

Blut! Mikes Teppich, Mias Barbies, mein Vorhang. Ich dachte in Bildern, erschreckenden Bildern. Ich musste diese Furie stoppen. Instinktiv bückte ich mich und packte die Maus.
Dann legte ich sie in einen Karton, wo sie sich nicht mehr bewegte.

Es war 12:30 Uhr. Die vier Tierärzte in unserer Nähe machten allesamt Mittagspause.
Man sollte den Katzen beibringen, diese Zeiten zu respektieren, dachte ich frustriert, denn nun stand ich zwischen einem Karton, in dem eine leidende Maus steckte, und Tobias, der mich inbrünstig bat, etwas zu tun.
“Irgendetwas, Mami.”
“Wir sollten die Maus töten, dann leidet sie nicht mehr.”
Es wäre das Humane gewesen, aber ich konnte es nicht…

Ich stellte die Kiste an einen sicheren Ort und ging zurück ins Wohnzimmer, das nun eher einem Schlachthof glich. Wie kann eine Maus so viel Blut verlieren und noch herumrennen? Das Blut war teilweise eingetrocknet, was das Putzen nicht erleichterte. Doch das ultimative Highlight: ein Stück des Darmes, das auf dem Parkett des Wohnzimmers klebte und wie ein in die Länge gezogener Regenwurm aussah.

Ich ass wenig zu Mittag. Tobias auch. Seine Schwestern waren nicht da. Lara und Mia waren bei Freundinnen, Anna musste schon früher in die Schule und hatte sich deshalb ein Sandwich für “auf den Weg” zubereitet.
“Sorry, Mami. Kann dir nicht helfen”, hatte sie noch gerufen, bevor die Haustüre zuging.

Um Punkt 14:00 Uhr übergab ich die Maus einer Tierarzthelferin, die mir liebevoll die Kartonkiste abnahm.
Wieder zu Hause, putzte ich seufzend das Gröbste weg.

Als die Kinder am Nachmittag heimkehrten, bekamen sie Schrubber und Besen, einen Eimer Essigwasser und Putztücher in die Hand gedrückt.
Wortlos fügten sie sich ihrem Schicksal, und gemeinsam schrubbten wir Teppich, Küchenboden und Parkett.

“Wir hätten das Kleingedruckte lesen sollen”, seufzte ich an diesem Abend mehrmals, “denn dort wären folgende Nebenwirkungen aufgelistet gewesen:

Katzen können ekelerregende Mäuserückstände auf Ihrem Teppich hinterlassen.Ebenso auf Ihrem Parkett.
Ebenso an Ihrem Vorhang.
Ebenso….

“Yep”, stimmte mir Mike zum xten Mal zu, “aber sieh es von der positiven Seite. Mein Teppich hat noch nie so schön geleuchtet wie heute.“