An meine Tochter

rose

lachende
Schritte
wunderschön
im violett
Kleid
für den
Abschlussball
bereit

ein Strahlen
huscht über
dein Gesicht
als für einen
kurzen Moment
du meinen
Blick
erkennst

Bewunderung
in meinen
Augen siehst
mich flüchtig
in die Arme
schliesst und
“danke” formst
mit deinen Lippen

“du bist…wunderschön…”
mehr konnte ich
nicht sagen
denn schon
dein Kinn
sich dreht
zur besten
Freundin hin

aufgeregt
die Hormone
auf deiner Haut
tanzen
als du in die
Zukunft lachst
… wo das Mädchen?…
fast über Nacht

die Metamorphose
und nun vor mir
mein Kind
die junge Frau
blühend
mit lockigem
braunen Haar
und ich schau

dir nach
wie du freudig
beflügelt
hoffnungsvoll
ins Leben springst
mein Herz stolz singt
und doch…Wehmut mitklingt

 

Sommerpause steht an:

ferien

Habt eine schöne Zeit. Macht’s gut!!!

Alzheimer

Alzheimer

Gespräch zwischen Kind und Mutter:


ich weiss nicht,
wie…,
ob sie versteht

nicht konkret

welche Worte?
wie erklären?
ohne zu erschweren…

die Familiären

was sie wohl dachte
als ich…
die Autos brachte…?

Freude erwachte

nach jeder Runde
zeigte ich erneut das Spiel,
es blieb nicht viel…

was blieb,
das warme Gefühl

wie weiss ich…
sie hat zwar mitgemacht,
aber….?

sie hat gelacht

für mich
nicht ersichtlich…
mach ich’s richtig?

du versucht’s,
das ist wichtig

schau…
mir
geht es
wie dir…

ich weiss erst
ob’s ihr gefällt
wenn sich ihr
Gesicht erhellt…

es gelingt
nicht immer
aber nichts tun
ist schlimmer…

sie spürt
deine Wärme
da bin ich sicher
wie eine Laterne

die- obwohl sie die Nacht
nicht erhellen kann-
wie eine Hand in Freundschaft
mit ihr geht den Weg entlang…

du meinst, so muss
sie nicht allein
im Dunkeln sein…

wir geniessen sie obendrein

kein vorher
kein nachher
das ist schwer…

der Moment zählt umso mehr

sie trug
mich im Arm,
hat viel
getan

mich
gehalten
geliebt
begleitet

die Liebe nicht entgleitet

ja, nur anders…
ich verstehe…
den Weg mit ihr
sehr gerne gehe

ich spüre
ganz klar
ihre Liebe
ist noch da

 

(K)ein Gartenprojekt

gartenblumen
Mein Mann hat jeweils mehrere Projekte laufen. Nicht dass Mike diese Projekte speziell sucht, nur dass er zufällig über dieses und jenes stolpert und sofort potentielle Gestaltungsmöglichkeiten sieht.

So sah er kürzlich eine Schleifmaschine im Bau und Hobby, als er dorthin fuhr, um Blumen für den Garten zu holen, und er kam auf die Idee, selber die Fensterläden zu schleifen und zu malen.
Liebevoll fuhr er die Maschine nach Hause, zusammen mit einer neuen Schubkarre, einer Tonne frischer Erde und einem Meer Blumen.

“Schatz”, sagte ich vorsichtig, als ich die Blumenlawine in den Garten rollen sah, “unser Garten hat begrenzte Möglichkeiten….”
“Lass mich nur machen”, erwiderte Mike gut gelaunt und stieg wieder in unseren Familienvan, um die restlichen Blumentöpfe, die im Laden geduldig auf seine Rückkehr warteten, zu holen.

In der Zwischenzeit stand ich den Blumen misstrauisch gegenüber und seufzte. Wo, um Himmels Willen, wollte Mike Platz für all diese Schönheiten finden? Hatten verschiedene Nachbarn ihn gebeten, ebenfalls Blumen für ihre Gärten einzukaufen? Diese Hoffnung erschien unwahrscheinlich.

Im Gegensatz zu Mike, bin ich kein Mengentyp. Mein Motto lautet:

  1. Pro Shopping fünf bis sechs Blumenstöcke einkaufen.
  2. Die für die neu erstandenen Blumen benötigte Erde mitnehmen.
  3. Kurz einpflanzen.
  4. Wasser geben.
  5. Die Neuzuzüger geniessen.

Doch das ist kein Projekt.

Mike, aber, fand ein zusätzliches Projekt. So brachte er vom Bau und Hobby nicht nur die restlichen Blumen mit, sondern auch die “notwendigen” Dünger für “den gesunden Garten”: einen für die Farberhaltung der Blumen, einen für die optimale Bodenzusammensetzung, einen für die Förderung des Wachstums und einen für die generelle Langzeitwirkung. Wie man diese Dünger streut, spritzt oder mischt, ist eine Wissenschaft, die mich schon beim Durchlesen der Anleitung überforderte. Blumen schienen plötzlich komplizierter als Schwangerschaften.
“Schatz”, gab ich zu bedenken, “vielleicht möchtest du die Blumen einfach einmal einpflanzen.“

Für das Einpflanzungsprojekt holte mein Mann -nebst mich- unsere vier Kinder, welche hell entzückt das Blumenmeer bewunderten. Doch nach hundert eingepflanzten Blumen hatte die Begeisterung merklich abgeflacht, zum Teil weil den Kindern die Kraft ausgegangen war, um noch ein genug grosses Loch im vertrockneten, lehmigen Blumenbeet zu graben, zum Teil weil sie Unheil ahnten angesichts der Blumenwarteschlange.

“Sollen wir sie übereinander pflanzen?”, fragte Lea müde, als die Beete voll waren. Dann kreischte sie auf, weil sich eine Spinne auf ihrer Hand befand.
Ich ging zu ihr hin und schüttelte ungläubig den Kopf.
“Lea, du hast Handschuhe an!”
“Sie könnte beissen.”
“Wer?!”
“Die Spinne.”
“Durch die Handschuhe hindurch?”
“Wieso nicht?”
“Weil diese so klein ist, dass ich eine Lupe nehmen muss, um sie als Spinne zu identifizieren.”
“Trotzdem…”

Tobias hatte unterdessen dem Nachbarmädchen, das an unserem Gartentor vorbei schlenderte, grosszügig ein Blumentöpfchen geschenkt. Freudig verkündete er meinem verdutzten Gesicht:
“Eines mehr gemacht.”
“Also … das ist nicht der Sinn der Sache”, sagte ich, obwohl ich erschreckende Ähnlichkeiten von mir entdeckte.

Mike nahm es gelassen und fand Plätze für alle Blumen.

Am Abend sassen er und ich müde, aber zufrieden auf der Veranda.
“Es sieht schön aus”, musste ich zugeben und fühlte mich heroisch, als ob ich ein Heer Blumen persönlich besiegt hätte.
“Morgen machen wir etwas anderes”, meinte Mike und kniff mich freundschaftlich.
“Was denn?”, fragte ich neugierig und sah mich schon im Wellness Bad.
“Wir düngen.”

Einfach schwer…

i am sorry

Wie einfach….
Streit nie zu beenden,
alte Verletzungen verwenden,
das Gegenüber zu richten,
mit Worten vernichten,
mit Wut übertönen,
vor Unmut stöhnen,
Moral zitieren,
Fehler addieren,
den anderen
ignorieren,
manipulieren,
Gefühle
zensieren,
ins Gesicht
explodieren,
aus der Gunst
katapultieren.

Wie schwer….
diese Wörter im Streit:
“Es tut mir leid”

Erinnerung

tod

Heute vor zwei Jahren ist die grosse Liebe meines Vaters gestorben. Sie war eine Freundin für mich und ein wunderbares Grossmami für ihre Grosskinder. Das Gedicht erzählt den Verlauf ihrer Krankheit: von meinem ersten Besuch im Spital, als sie die Diagnose “Krebs” bekommen hatte, bis zu ihrem Tod ein gutes Jahr später.

 

Angst schreit aus deinem Gesicht
Ich umarme dich
Panik, Wut
Explosion im Kopf
Der Körper hält dich zusammen….noch

Irgendwann legt sich der Krieg
Du schwenkst die weisse Fahne
Besiegt, auf Milde hoffst
Aber Frieden wird dir verweigert….noch

Dein Körper ein Schlachtfeld
Blut und Verwesung
Bis deine blauen Augen in Schmerzen flehen
“Lasst mich gehen. Ich will nicht mehr.”
“Geh nur, ich versteh dich”, wispern meine Lippen und doch
Unruhige Stunden, leises Stöhnen….noch

Dann “auf Wiedersehen” du sagst
und schliesst für immer die Augen
Gemeinsam warten wir
Ruhig dein letzter Atemzug

“Du bist frei”, flüstere ich, “s’ist….gut.”

by Priska Pittet

Wir vermissen Dich immer noch sehr…

Fastenwähe: von Kindern erklärt

fastenwähe1

Nachdem Frau Kahl ihre Schulklasse begrüsst hat, möchte sie ihr neues Thema Frühling einleiten.
“Was fällt euch zum Frühling ein?”, fragt sie deshalb die Klasse und nimmt eine Kreide in die Hand, um Stichwörter an die Tafel zu schreiben.
“Blumen.”
“Osterhase.”
“Ostern.”
“Fastenzeit.”

“What is Fastenzeit?”, fragt John, der Austauschschüler aus Chicago, “time to fasten?”
Ein paar Mitschüler/innen grinsen.
“Du hast recht”, antwortet Frau Kahl freundlich, “fasten bedeutete im Althochdeutschen das Gleiche wie das heutige englische Verb to fasten: festmachen oder festhalten. Mit Fastenzeit meinte man also die Zeit vor Ostern, in der man an den Enthaltsamkeitsregeln festhielt. Dazu gehörte der Verzicht auf Genuss bringende Nahrungsmittel.

Darum wurde die Fastenwähe erfunden!”, meldet sich Klaus unaufgefordert zu Wort, “um die Menschen vor dem Essen abzuschrecken! Ein Abschreckungsmittel, sozusagen.”
“Ich glaube nicht, dass…”, erwidert Frau Kahl, wird aber von Karla unterbrochen:
“Fastenwähen sind lecker!”
Die meisten Kinder stimmen Karla zu.

“Dann wurde die Fastenwähe zum Abnehmen erfunden”, meint Paul und schaut Frau Kahl erwartungsvoll an.
“Nun… nicht wirklich”, zögert Frau Kahl, “die Fastenwähe besteht aus Weissmehl, Butter, Milch, Hefe…”
“Zopf wird so gemacht”, weiss Monika.

“Warum nennt man die Fastenwähe dann nicht Zopfwähe?” will Karla wissen.
“Weil es ekelhafte Kümmel darauf hat.” Klaus wieder.
“Dann könnte man es Zopfwähe mit Kümmel nennen”, antwortet Karla spitz.
“Zopf ist keine Wähe.”
“Die Fastenwähe ist auch keine Wähe.”
“Auch kein Zopf.”

“Zopf muss man meiden wenn man abnehmen will”, mischt sich Jonas ein ,”das hat mir meine Mutter gesagt.”
“Deshalb”, überlegt Karla laut, “hat man grosse Löcher in die Fastenwähe gemacht. Die Leute meinen, sie essen viel, dabei schlucken sie viele Löcher.

“Sorry. What is Wähe?”, wagt John aus Chicago endlich zu fragen.
“Ein sehr dünner Kuchenteig mit vielen Früchten”, erklärt ihm Paul.
“Ah, good to fast”, sagt Joe und strahlt dabei. “Are there Früchte in Fastenwähe?”
“Kümmel”, sagt Klaus.
“Ist keine Frucht”, entgegnet Karla.
“Aber Teil einer Frucht.”
“Frau Kahl, würde Kümmel als Fruchtwähe durchgehen?”

Während Frau Kahl seufzend die Kreide hinlegt, ruft Paul:
“Ich weiss es. Mit Fastenwähe meint man fast eine Wähe, weil der Fladen flach ist und die Früchte durch Löcher ersetzt wurden.”

Frau Kahl schaut auf die Uhr. Noch 30 Minuten bis zur Pause. Sie würde auf dem Internet nachschauen…

(Wer mehr wissen möchte: Fastenwähe, Rezept für Fastenwähe)

fastenwähe

liebster-award-d

Wow. Danke Maribey (mbeyersreuber.wordpress.com) für deinen Liebster Award. Eine besondere Ehre für mich, da ich Dich und Deinen Blog sehr schätze und die herrlichen Kommentare Deiner Leser geniesse.

Hier sind meine Antworten auf Deine Fragen.

  1. Nenne drei Dinge, die gerade neben dir stehen.
    (Es sind vier Dinge): Drei Bastelperlen und ein Gummiband schwirren auf dem Tisch. Meine Tochter hat gestern Perlenbilder gemacht. Sieht fast wie ein smiley aus.

perlen-smiley

  1. Was hören Deine Ohren gerne?
    – “Hab Dich lieb”
    –  Menschenstimmen im Strassencafé und Frühlingstöne. Ich setze mich dazu und fühle mich zu Hause.
  1. Weil ich es immer wieder spannend finde: Greife das Buch, das am nächsten liegt und sag uns bitte, was auf der 11. Seite als fünfter Satz steht.
    Ein Comicbuch von Mahler: In Zukunft werden wir alle Alt aussehen!
    Es gibt keinen fünften Satz, dafür aber eine Seite 11:

mahler-comic

  1. Wäre dir der sechste Satz lieber gewesen?
    Ich blättere auf die nächste Seite:…dem Leser gehöre die Entscheidung!

mahler-comic1

  1. Nenne bitte drei deiner Lieblingsworte.
    Sonne, Reisen, Kalifornien
  1. Was machst du mit grosser Freude? (Was macht dir Freude?)
    – reisen und schreiben
    – Geschichte und Humor
    – Jass und Kartenspiel
    – Liegestuhl und Buch
    – Menschen beobachten und mit Freundin “käfele”
  1. Worüber würdest du gerne mehr erfahren/wissen?
    – Ach…so ziemlich alles: die ganze Geschichte vom Urknall bis zum heutigen Tag, samt den historischen, philosophischen, gesellschaftspolitischen, kulturellen und literarischen Strömungen.
    – Wenn es um den Computer geht, genügt mir zu wissen, welche Taste/n ich drücken muss, damit das passiert, was ich möchte….
  1. Vervollständige bitte den Satz: Bloggen ist
    …eine Reise zu Menschen, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Der Austausch von Gedichten, Gedanken, Bilder, Texten ergibt ein wunderbares Muster des Lebens.

celebrate-954791_1920

  1. Was hat Dich heute beeindruckt?
    – Heute war ich mit meiner Jüngsten im Basler Zoo. Den Kraken im Vivarium haben wir schon oft “gesehen”, aber nie über eine längere Zeit beobachtet. Ein Mann hielt uns zurück, als wir nach einem kurzen Blick zum Kraken weitermarschieren wollte, und sagte:
    “Der Krake versucht ein Glas mit Fischen zu öffnen.”
    Wir blieben stehen.
    “Man sieht das Glas nicht, weil der Krake drauf sitzt, aber unter seinen Tentakeln befindet sich ein Glas mit einem Plastikdeckel. Im Glas hat es Fische. Die kann der Krake aber nur essen, wenn er es schafft, den Deckel zu entfernen. Das kann 2-3 Stunden dauern. Da Kraken Einzelgänger sind, muss man sie im Zoo beschäftigen….”
    Und tatsächlich, nach ein paar Minuten Geduld, sahen wir das Objekt der Begierde.                                                            krake1.png
    “Kraken leben nur eineinhalb Jahre”, erklärte der Mann weiter … sie sind unwahrscheinlich intelligent … würden sie so alt werden wie wir Menschen, wer weiss, vielleicht hätten sie uns an Wissen überholt …“ Meine Tochter erklärte ihren Geschwistern nachher: “Da der Krake alle aufgefressen hat, muss man ihn nun beschäftigen.”
  1. Was hast du heute Schönes erlebt?
    Als ein tolles Lied am Radio lief, ist mein Mann mit mir durchs Wohnzimmer getanzt.

Sorry. Ich kann keine Nominierungen machen. Wer aber Lust hat, darf super gerne die Fragen von Maribey beantworten. Nochmals ein grosses Dankeschön an Dich, Maribey.

Wie schnell…Vorurteile im Alltag

einkaufen-vorurteile

Wie so oft wartet eine Menschenkolonne an Kasse Nummer 1. Wie so oft sind Kassen 2 – 4 unbemannt.

“Könnten Sie eine Kasse öffnen?”, ruft ein Herr leicht verärgert, als er anstehen muss.
Die Kassiererin hebt ihren Kopf und, das Ende der Kolonne nicht sehend, greift gelangweilt zum Lautsprechertelefon:
“Kasse 3 bedienen.”

Niemand kommt, und die Warteschlange an Kasse 1 wird länger.
“Bitte”, sagt eine Frau.
“Was?”, fragt die Kassiererin verwirrt.
“Sie haben vergessen ‘bitte’ zu sagen: ‘Bitte Kasse 3 bedienen’”, antwortet die Frau mit einem breiten Lächeln.

Das Gesicht der Kassiererin verfinstert sich. Wortlos schiebt sie die Artikel über die Scannerkasse, bis auf dem Fliessband der Warentrenner zu ihr stösst. Dann murmelt sie die Summe, die der vor ihr stehende Kunde zu bezahlen hat. Während der Kunde sein Geld zählt, läuft ein Mann hektisch Richtung Kasse und fragt schon von Weitem:
“Kann bezahlen?”

Dabei schwenkt er irgendetwas Kleines in der Hand. Als die Wartenden den dunkelhäutigen Mann erblicken, rücken sie näher zusammen, um ihm den Zugang zur Kasse zu verunmöglichen. Obwohl niemand seine/ ihre Gedanken offen ausspricht, ist das Misstrauen der Menge greifbar:
Arbeitet dieser Mann überhaupt?…Denkt er, wir hätten mehr Zeit?…Für wen hält er sich?…Sicher kein Zug, den er nehmen muss…

Da winkt ihm die Frau mit dem breiten Lächeln, deren Artikel als nächste an der Reihe sind, nach vorne zu kommen. Sich zur Kassiererin drehend, sieht sie, dass Frau Kassiererin bereits einen Orangensaft zum Ablesen in der Hand hält. ”Stopp” ruft die Frau noch, doch schon hört man ein lautes “Piep.” Der Preis des Orangensaftes wurde soeben registriert.

“Sie hätten den Mann nach vorne lassen können”, sagt die Frau leicht entsetzt zur Kassiererin.
“Ich habe Sie zu spät gehört. Nun kann ich nichts mehr machen.”
Der dunkelhäutige Mann stellt sich wieder zurück an seinen Platz.

Kurze Zeit später kommt ein junger Angestellter eilenden Schrittes zur Kasse 3. Den Mann sehend, sagt er:
“Ah, Sie haben den Fiebermesser gefunden? Ich wusste nicht, ob wir Fiebermesser in unserem Sortiment führen, darum ging ich nachfragen, aber ich sehe, Sie wurden fündig. Hoffe, Ihrem Kind geht es bald besser. Kommen Sie doch an Kasse 3. Ich mache sie auf.”

Die Menge weicht wortlos zur Seite, um dem Mann Platz zu machen.

Der Weg

frogDer Weg ist das Ziel…
hört man viel,

das Ziel auserkoren
zwanghaft eingefroren
der Blick fixiert
die Umgebung kastriert

Wenn wir das Ziel verlegen…
sich neue Wege ergeben,

gewisse gezackt
spitzig kompakt,
andere weich
warmherzig leicht

Die Frage ist, ob wir wagen…
Ja zu neuen Zielen sagen,

laut die Angst droht 
Gefahrenstufe rot,
leise die Hoffnung lockt,
wer zockt

Wer Schranken zersprengt…
ist nicht mehr eingeengt,

und wenn wir
Ziele bewegen,
wir vielleicht unserem
Glück begegnen.

by Priska Pittet